Violinkonzert von Alban Berg in Prag

Das Nationaltheater organisierte ein außergewöhnliches Konzert des Staatsopernorchesters im Karlín-Forum. Ohne Vorbehalt zählte es zu den Ereignissen der Saison - nicht nur dank Gästen wie Tenor Andreas Schager, Sopran Meagan Miller und Geigerin Lidia Baich, sondern auch dank der Dramaturgie - und der völlig neuen Verbindung zwischen Bergs Violinkonzert und dem ersten Akt von Wagners Walküre.

Lidia Baich gab das Werk mit einen wohlklingenden, ausgewogenen und köstlichen Ton, weder zu eng noch zu leidenschaftlich. Sie war in der Lage, mit dem Orchester und den Zuhörern zu interagieren und sie zu verfolgen, logisch neue und neue Abschnitte zu verketten, die Momente der Bewegung und Aufregung zu beleben und die Intensität der vorherrschenden meditativen Orte zu vertiefen. Ihre Violine klang immer noch über dem Orchester. Sie hatte nachdenkliche, erarbeitete und erlebte viele kleinere ausdrückliche Änderungen und den Aufbau eines halbstündigen Konzerts, atemberaubend und langsamer, Kantilene, Erzählung, und expressiver und virtuoser Passagen. Bergs Konzert, positioniert zwischen den der Spätromantik und dem Bewusstsein für moderne Wege, hatte in ihren Händen den genauen Nutzen dessen, was seine einzigartige Atmosphäre geschaffen hat. Manchmal, kammermusikalisch, dann wieder symphonisch, polyphon, oft weich in zwei oder mehr parallelen Stimmen entfaltet, immer nachdenklich, ernst, endet es zunehmend still, langsam und singend, zum Schluss mit dem Zitat eines evangelischen Chorales. Die ungewöhnliche Komposition schließt mit einem langen hohen Ton der Violine und einer intensiven Pause. Die Solistin war die große positive  Überraschung des Abends. Und die Begleitung? Das Staatsopernorchester unter Andreas Weiser setze eine schwierige und beispiellose Partitur bemerkenswert um.

(Artikel vom 17.11.2017 / Opera+)

Lidia Baich spielte mit einer hervorragenden Technik, mit einem schönen Ton und mit einem außergewöhnlichen Einblick in die komplizierte Struktur des Werkes, dessen Inhalte treu und vollständig interpretiert wurden. Gleichzeitig schaffte sie es, mit manchmal zu massivem Tutti-Orchester fertig zu werden. Sie hat auch ihr Publikum überzeugt, das erstmals Musik dieses Stils begegnet ist.

(http://www.divadelni-noviny.cz/celakovicke-glosy-no-20)

Concert Forum Karlín 16. 11. 2017 19:00

Křižíkova 10, Praha 8

Conductor: Andreas Sebastian Weiser
Prague State Opera Orchestra

LUDWIG VAN BEETHOVEN : Leonora Overture No. 1, Op. 138

ALBAN BERG: Violin Concerto
Violoin-Soloist: Lidia Baich

RICHARD WAGNER: Die Walküre, Act I
Siegmund: Andreas Schager
Sieglinde: Meagan Miller
Hunding: Peter Mikuláš